Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    "Kamau" wrote:

    Hoffe es klappt bei Dir!


    Heute kam ihre Anruf:
    Hat nicht geklappt.

    Ihre Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten auszureisen, konnte nicht festgestellt werden

    Mal sehen was meine befreundete Anwalt dazu sagt.

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Jetzt sollte Widerspruch eingelegt werden, in schriftlicher Form natürlich. Dann mal abwarten. In ca. 2 Wochen muss eine, ebenfalls schriftliche, Stellungnahme mit Ablehnungsbegründung abgegeben werden.
    Gutes Gelingen Gruß
    Eines der nützlichsten Tiere ist das Schwein. Von ihm kann man alles verwenden, das Fleisch von vorn bis hinten, die Haut für Leder, die Borsten für Bürsten und den Namen als Schimpfwort. (Kindermund)

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Hallo Shikamo, das war wirklich ein sehr hilfreicher Betrag.

    Nun habe ich aber noch eine Frage ins Forum allgemein, kann jemand Tips geben was bei so einem Interview gesagt werden soll oder welche Angaben wie gemacht werden sollen, um den Ausgang ( Visaausstellung) positiv zu beeinflussen.
    Ich bin mir schon klar darüber, dass dies nur Tips sein können, die je nach dem so oder so ausgehen können und keine Garantie dahinter stehen kann.
    Ich hatte mir deswegen schon gedanken gemacht und dachte es könnte eine gute Idee sein, den Grund der Reise mit der Suche nach einer Stelle für ein "Soziales Jahr" in Deutschland zu begründen. Und dies wiederum als als Begründung für bessere Berufsaussichten danach in Kenia. Also ich sag mal ein Jahr Altenpflege in Deutschland würde Möglichkeiten im Gesundheitswesen aber auch im Lehramt in Kenia ermöglichen oder halt so ähnlich.
    Damit sollten doch mehrere Einwände auf einmal erschlagen sein. Zumindest von Kenianischer Seite, wie die Deutschen dazu stehen weiß ich nicht. Was meint ihr??

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Du hast in Kenia einen Freund/Freundin kennengelernt und willst ihn nach Deutschland einladen?

    Da gibt es keine Probleme wenn dein Freund/Freundin reich ist, Häuser besitzt, seit Jahren fest im Beruf steht. Was..dein Eingeladener ist arm. Kein Problem, auch du wirst nach der Einladung arm sein.

    Zunächst braucht man einen Online-Termin beim Konsulat in Nairobi. In einem Land, wo ein Stück Papier immer noch Luxus ist. Du lädst dir den Visum-Antrag herunter und füllst ihn im allgemeinen für deinen Eingeladenen aus, da Armut auch ggf. unzureichende Schulbildung bedeuted.
    Dann brauchst du eine Verpflichtungserklärung von deinem Ausländeramt. Sie besagt, dass du für alle Kosten die mit der Einladung verbunden ist aufkommst. 25 Euro. Du schickst sie mit der Post nach Kenia. Da sie nie dort ankommt holst du erneut die Erklärung. 12.50 Euro. Diesmal schickst du sie mit UPS. Da keine Anlieferadresse schickst du sie zur nächsten UPS Station zur Abholung. Telefonate und sonstiges bis man dort weiß was Sache ist - ca. 50 Euro. Versand 50-75 Euro.
    Dann ab nach Nairobi.
    Probleme bei der Anreise, da der Bus kaputtgeht und E. 15 min zu spät kommt werden durch Telefonate (vorwiegend in Englisch) bei der Deutschen Botschaft doch noch behoben. Kosten ca. 50 Euro.
    Dort stellt man fest, dass noch eine Krankenversicherung fehlt.. für was war doch gleich die Verpflichtungserklärung?

    Also zurück und die Versicherung für drei Monate besorgt. Kosten.. ab 150 Euro.

    Neuer Termin in Nairobi, neue Anreise mit Übernachtung, neue Kosten, mittlerweile ca. 200 Euro. Immer mit der Aussicht und den Versprechen, es klappt dann.

    Obligatorisches Gespräch mit einem Botschaftsangestellten und freundliche Verabschiedung. Rückreise und schnelle postalische Antwort... konnte leider nicht stattgegeben werden, da befürchtet wird, dass der Antragsteller nicht nach Kenia zurückkehrt.

    Anruf bei der Botschaft..keine Auskunft..Widerspruch möglich ( mit 0 Prozent Erfolg ).. Kosten ca. 30 Euro..

    ..In meinen Augen eine "Verarsche" hinten und vorne. Ich werde nun das Auswärtige Amt um eine Stellungnahme bitten...

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Arm wirst Du nicht wegen den paar Hundert Euro Gebühren und Nebenkosten, sondern wenn der/die kenianische Eingeladene in Europa untertaucht oder sonstige gravierende Probleme verursacht. Dann greift die Verpflichtungserklärung...
    Das muss sich jeder/jede im Klaren sein.

    Seit 2 Jahren werden in alle Botschaften der Schengen-Staaten Erfassungsgeräte für biometrische Photos und Fingerabdrücke eingerichtet. Die Einführung erfolgt reihenweise, eine Region nach der anderen. Ostafrika ist jetzt dran oder unmittelbar davor. Du musst also damit rechnen, dass Du auch diese Hürde nehmen musst.
    Die Massnahme drängt sich auf, weil Kenianer und andere Afrikaner in DACH die Identifikationspapiere fortgeworfen haben, und als angeblich verfolgte Kongolesen, Rwander etc. Asyl beantragt haben. Unsere doofen Behörden haben natürlich das Nachsehen.
    Eine konsequente Kontrolle und Erfassung bei der Einreise liegt natürlich nicht drin, aus Gründen der Nichtdiskriminierung :lol: :lol: :lol:

    Die kenianischen Behörden sind in dieser Sache effizienter und durchsetzungsfähiger als die Europäer. Die erfassen nämlich seit ca. dieser Zeit die eingehenden Ausländer an den Flughäfen mit Scanner und Abnahme der Fingerabdrücke.
    Da muss man sich schon schämen über unsere Regierungen, die mit unglaublichem Erfindungsgeist und Hartnäckigkeit die eigenen Bürger kontrollieren und kujonieren und für Asyl- und Sozialmissbrauch durch Ausländer die Augen und Ohren schliessen.

    Wenn Du Dich beim AA beschwerst, ((womöglich kostenpflichtig) erhöhst Du nur Deinen Frust, und macht Dich noch unbeliebt bei denen als Querulant. Wenn Du keine Beziehungen hast, erreichst Du nichts.

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Das Problem des Abtauchens ist mir bewußt. Aber es galt schon immer der Grundsatz "das Recht muß dem Unrecht nicht weichen". Nur aus Angst vor Straftaten nach dem Ausländergesetz darf man doch nicht einem Großteil der Menschheit (sprich Armen) etwas verwehren, was für uns normal ist. Hiermit meine ich die Reisefreiheit; als ehrlicher Bürger eines Staates auch andere Länder kennenzulernen.
    Wenn ich nach Kenia reise, sitze ich in den Flieger, zahle 40 Euro am Airport und bin im Land. Keiner fragt mich da, ob ich zurück will. Womit wir schon mal beim Gleichheitsgrundsatz wären...usw.

    Wenn Deutschland offen sagt, es dürfen "keine armen Ausländer" einreisen, dann weiß ich woran ich bin. So wird einem durch die Deutsche Botschaft nur das Geld aus der Tasche gezogen. Der Vergleich mit einem Hütchenspieler drängt sich auf..

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    "tigerhai" wrote:

    Nur aus Angst vor Straftaten nach dem Ausländergesetz darf man doch nicht einem Großteil der Menschheit (sprich Armen) etwas verwehren, was für uns normal ist. Hiermit meine ich die Reisefreiheit; als ehrlicher Bürger eines Staates auch andere Länder kennenzulernen.
    Wenn ich nach Kenia reise, sitze ich in den Flieger, zahle 40 Euro am Airport und bin im Land. Keiner fragt mich da, ob ich zurück will. Womit wir schon mal beim Gleichheitsgrundsatz wären...usw.



    Die Gleichheit vor dem Gesetz ist ein abstrakter Rechtsbegriff. In der Praxis spielen andere Faktoren mit, wie Geld und Frustrationstoleranz. Ein Prozess durch alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof kostet Otto Normalverbraucher sein ganzes Geld und die Gesundheit. So steht der Rechtsweg praktisch nur den Reichen und den Armen offen, dessen Prozesskosten vom Staat bevorschusst/übernommen werden. Oder eben, ein Prozess gegen den Staat, der ausser Spesen und Aerger nichts einbringt. Als Einzelner bist Du ohnmächtig, wenn Du keine Organisation im Rücken hast.

    Betreffend Kenia rate ich Dir, die Einwanderungsgesetze nicht zu verletzen. Die sorgen schon dafür, dass Du auf eigene Kosten ausgeschafft wirst. Die Aussicht in ein kenianisches Gefängnis zu landen, ist Motivation genug für einen Muzungu, die Einwanderungsgesetze zu beachten. Dabei hast Du Recht, die Anforderungen für einen Aufenthalt in Kenia sind für uns viel leichter als umgekehrt, aber wir fallen dem kenianischen Staat sehr sehr selten zur Last. Bei den Residenten fallen neuerdings hohe Gebühren an für das Permit und sie müssen eine Versicherung abschliessen, dass allfällige Rückführungskosten abgedeckt sind. Der kenianische Staat schütz im Rahmen seiner Kompetenzen seine Interessen konsequent.

    Ich verstehe Deinen Frust, die Vorschriften für die Visaerteilung auf der Botschaft sind verbürokratisiert und unnötig kompliziert. Zudem intransparent und willkürlich. Es kommt ja vor, dass Gesuche, die in etwa die gleichen Voraussetzungen erfüllen, unterschiedlich entschieden werden. Dies ist einem Rechtstaat nicht würdig.

    Bei der Bemessung der Rückkehrwilligkeit spielt die finanzielle Situation eine wichtige Rolle, daher haben es Arme viel schwerer ein Besuchervisum zu erhalten. Aber es existieren viele Länder wie z.B. südamerikanische und asiatische, die auch viele arme Leute haben, die visumsfrei nach Europa reisen können. Die Armen werden also nicht generell diskriminiert. Es scheint so, dass bei den afrikanischen Staatsbürgern, der Missbrauch der Einwanderungsgesetze ein solches Ausmass angenommen hat, dass die Visumsvorschriften für diese Personengruppe laufend verschärft wurden.

    Re: Schengen Visa - Schikane Botschaften

    Tolle Story, ein Kenianer, der seit fast 7 Jahren in Deutschland studiert (wohl bisschen polepole), kein Geld hat, nach Kenia zu fliegen, um seine Mutter endlich einmal wiedersehen und sie aber nach Deutschland einlädt. Sie hat keinen Job mehr, wer bezahlt den Flug und die restlichen Kosten, wer hat überhaupt die Verpflichtungserklärung abgegeben ? Sicher nicht er.
    Und das alles auf einer Seite, die keine Chance auslässt, die Deutschen zu verunglimpfen, aber in Deutschland von Kenianer betrieben wird. Vielleicht ist das Paradies doch nicht so paradiesisch und die gebratenen Tauben fliegen nicht so rum, oder man muss doch dafür arbeiten, und die Wohnung ist klein, der Partner hat nicht soviel Geld, ....
    Ach ja und nächste Woche kommt der Osterhase !