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Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon Kamau » Mi 6. Jan 2010, 19:45

Ich bin nun seit über 6 Jahren in Kenya und wundere mich immer mehr über das Essen
und Umgang mit Lebensmittel. In erster Linie stehen mir immer wieder die Haare zu berge,
wenn ich in der Metzgerei vom Metzger mit dem Beil in der Hand gefragt werde: How many Kilos?
Dann schlägt er Quer durch Filet, Entrecote und Knochen. Rueckdenkend wie wir Europa mit
dem Feilsch umgehen und es grammweise behandeln und verkaufen.

Tonnenweise essen sie Sukumawiki und das was wir als Krautstiele essen werfen sie weg.
Celerie werden auch nur die Stangen verwendet und Kohlrabi ist Schweinefutter. So gibt es etliche
Sachen, wo ich immer wieder mal sagen muss, hier wird von Hungersnot geredet und sie verschwenden
Essen.

Meiner Bande habe ich beigebracht wie man Fleisch behandelt und was man alles essen kann.
Sie wundern sich immer wieder und wie gut dies doch sei, sie haben dies noch nie gegessen
obwohl es vorhanden war.

Denke dies wäre auch ein Thema zu Entwicklungshilfe und Verbesserung der Hungersnot-
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon Matundani » Mi 6. Jan 2010, 21:02

Ja, das ist schon verrückt. Ich wurde mal in der Nähe von Homa Bay ( am Viktoria See ) von einem Leiter einer Grundschule beschimpft weil ich den Kindern meiner Gastfamilie rohen Krautsalat ( Kraut, Tomaten, Öl, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Zwiebel,.... ) zum Essen gegeben hatte. Er war richtig Wutentbrannt und stand kurz davor mich anzugreifen. Er meinte, das ich die Kinder mit dem rohem Gemüse vergiften würde, und er mich umgehend bei der Polizei anzeigen wolle. Zu meinem Glück war er offensichtlich zu geizig das Matatu Bussgeld nach Homa Bay auszugeben.

Ich habe es Anfangs meiner Zeit in Kenia immer wieder versucht aufklärend auf meine Umgebung einzuwirken. Nach etlichen vergeblichen versuchen habe ich dann aufgegeben gegen Windmühlen an zu kämpfen. So viel Energie und Glauben an das gute im Menschen hatte ich irgendwann einfach nicht mehr. Dazu kam noch das mir offen gezeigt wurde, das ein sowieso immer besserwissender weißer nervt, und Afrika auf Absehbare Zeit nicht im geringsten ändern wird. Ich hatte immer mehr den Eindruck gewonnen, das viele ganz bewusst, weil es so ihre Tradition ist, in ihrem Dreck und Aberglauben leben, lieber ihre Kinder verhungern lassen, und auch weiterhin so leben und auch sterben wollen....................
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon chui » Do 7. Jan 2010, 05:39

So unrecht dürftest du da nicht haben Matundani , rohes Gemüse dürfte anscheinend ein Tabu sein . Eigenartigerweise gibt es kein Problem damit , wenn sich die Ameisen im Zucker tummeln und die mitsamt dem Zucker im Tee landen . Man ist richtig entsetzt wenn man den Zucker entsorgt .Ich liebe Tiere aber ich mag keine Ameisen im Tee .
Dagegen werden andere Dinge problemlos entsorgt .
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon Matundani » Do 7. Jan 2010, 11:11

Ja "Chui" stimmt, aber andererseits dürfen wir nicht gleich alles nach unseren Hygiene Vorstellungen bemessen. Wer in Afrika ist und sich nicht Tag für Tag ärgern will muß ein einfach von seinen Vorstellungen ein Stück weit wegrücken. Ich hab im Laufe der Jahre bestimmt einen Eimer voll dieser mini Ameisen gefuttert. Siehs mal so. Die sind kostenloses Protein. 8-) Ich hab irgendwann aufgegeben mich dagegen zu stemmen und den Zucker geteilt. Einfaches Hausmittel.... Den Zucker usw. in die pralle Sonne stellen. Das mögen diese Ameisen ganz und gar nicht, und die allermeisten sind schnell verschwunden.
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon PIT10405 » Do 7. Jan 2010, 16:36

Kann es denn nicht auch sein, das es an der >Verträglichkeit< hapert?? Glaube mich zu erinnern, das es auch eine Bevölkerungsgruppe gibt welche z.B. keine Milch verträgt.

Bei uns hielt sich doch auch lange das Gerücht, das einem Früchte mit Wasser danach nicht bekommen würde.... -letztendlich kam raus, das es nur am früher verunreinigten Wasser lag 8-)

chui hat geschrieben:Ich liebe Tiere aber ich mag keine Ameisen im Tee .


:mrgreen: schwimmen die nicht oben :?: ,so daß man sie abfischen kann... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Am Anfang widersteht die Frau den Annäherungsversuchen des Mannes, am Ende blockiert sie seinen Rückzug. Autor unbekannt.
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon Matundani » Do 7. Jan 2010, 16:50

Diese kleinen Biester haben mir mal in 2 Std. ein ganzes Weißbrot komplett ausgehöhlt und weggeschafft. Von außen konnte man nix von der Aktion sehen. Wenn die mir mein Futter wegschaffen, futtere ich die zum Aussgleich.....
no Mercy :lol:
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon chui » Do 7. Jan 2010, 19:34

@Matundani
Das mit dem Zucker ist abgespeichert . Und Proteine ? Dann schon lieber gebratene Heuschrecken die sind handlicher :D Du futterst sie zum Ausgleich ? Wie böse :mrgreen:

@Pit10405
Ich bin keine Fischerin .
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon Matundani » Do 7. Jan 2010, 21:05

@@chui.
Jo. Ich futtere sie zum Ausgleich. So ist das leben. Fressen oder gefressen werden...... 8-)
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon ngine » Sa 9. Jan 2010, 02:09

Ich verstehe das Thema nicht.

Ich empfinde die Lebensmittelverwertung als optimal.
Zumal Delikatessen bevorzugt werden wie :

- Köpfe von Schafen (besonders begehrt an zu besonderen Anlässen)

- gebratene Eingeweide mit dem letzten Essen der Tiere

- der Steiss der Chicken, die Knorpel knirschen so schön

- der Kopf von Fischen, speziell auch die Augen und das (?) Hirn

Da wird von den Einheimischen schon mal auf Wurst, Käse oder Kloesse aus Europa verzichtet.

Man kann auch ehrlich nicht erwarten, dass verfaulte Milch gegessen wird oder Geschmacksempfinden entsteht mit deutschem Ugali (=Klösse) , wenn man mit Maismehl und Sausages aufgewachsen ist. Spiegeleier sind eklig, nur nach englischer Formel durchgerührtes Ei ist erträglich.
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Re: Lebensmittel und Hungersnot

Beitragvon chui » Sa 9. Jan 2010, 07:44

Vielen Dank ngine , mit deinem Posting komme ich zu einer Modellfigur :)
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