Beschneidung der Kinder ohne Einwilligung der Eltern

    Beschneidung der Kinder ohne Einwilligung der Eltern

    Ich habe (vor allem in zwei anderen Foren) sehr viel Kritik bekommen, weil in dem Buch Karibu Nairobi nicht nur die positiven Seiten Kenias angesprochen werden, sondern eben auch die Probleme wie Beschneidung, Prostitution und Korruption. Viele reagierten auch empört, weil ich diese Themen angeblich völlig überzogen dargestellt hätte. Zahlreiche Touristen empören sich, weil sie in ihrem Urlaub selbst festgestellt hätten, dass es keine Beschneidung mehr gäbe, Prostitution nicht mehr als andernorts stattfinde und die Korruption mal zu Zeiten Mois ein Thema gewesen sein könnte, aber nicht mehr heute.

    Leider ist die Welt nicht so rosig, wie sich diese Menschen das wünschen. Man soll weder in das eine Extrem verfallen ("alles gut"), noch in das andere ("alles schlecht"). Ich denke, man kann einerseits entspannt einen Urlaub in Kenia verbringen, ohne um sein Leben fürchten zu müssen. Wenn man sich aber auch mit dem Land selbst auseinandersetzen möchte, dann gehören auch obige Themen dazu. Leider gibt es aktuell einen Anlass zu einer kritischen Betrachtung:

    In der Shikomari Primary School wurden die Kinder ohne Einwilligung ihrer Eltern beschnitten. Dies geschah ausgerechnet mitten in der wichtigen Prüfungsvorbereitungszeit. Die Kinder wurden nach der Beschneidung nach Hause geschickt, um die Schwellungen und Blutungen abheilen zu lassen. Damit versäumen sie Unterricht in dieser sehr wichtigen Phase. Eine Beschneidung kann nicht rückgängig gemacht werden. Sofern anschließend ärztliche Behandlung erforderlich sein sollte, haben viele Eltern das Problem, sich diese nicht leisten zu können.

    Das Ganze geschah gar nicht so weit (50 km) von Cheptulu, dem Handlungsort von Karibu Nairobi.

    Dazu noch eine unabhängige Quelle:

    standardmedia.co.ke/article/20…hool-takes-pupils-for-cut
    Das Buch über mein Leben: Karibu Nairobi

    Begegnungen Kenianerin-Mzungu aus der Sicht einer Kenianerin erlebt und geschildert!
    Danke für den Hinweis.

    Für Luos ist das nicht so schön, da Luos weder weibliche noch männliche Beschneidung kennen.
    (Joseph Otieno in dem Standard Artikel ist Luo)

    Es gibt zwar Kampagnen .. die männliche Beschneidung soll ein Infektionsrisiko mit HIV oder den Papilloma-Viren (Gebärmutterkrebs) etwas senken. Aber wie hoch die positiven Effekte letztendlich sind, das ist umstritten. Aktivisten für Beschneidung meinten ursprünglich eher die "moralische Hygiene" (Verhinderung von Masturbation) als die Hygiene in Bezug Krankheitserreger.

    Es hat auch einen Hijntergrund betrffend des Zusammenlebens der einzelnen Gemeinschaften. Z.B. haben die Kikuyus den Luo-Politiker und ehemaligen Prime Minister Raila verachtet und nicht als vollwertigen Mann gesehen, weil er nicht beschnitten ist.
    Auch gibts im Umweld von Tribal Clashes manchmal Zwangsbeschneidungen erwachsener Männer.

    2007/ 2008 haben Militias teilweise kontrolliert ob Männer nicht beschnitten waren und diese dann verletzt oder ermordet.

    Möglicherweise mit den bervorstehenden Wahlen nächstes Jahr, sagen sich einige Luo-Eltern, dass es besser für ihre Söhne ist, wenn sie auch beschnitten sind.
    Beschneidung der Kinder, ohne Einwilligung der Eltern das ist echt grausam und barbarisch!
    Ich war in Sommer in Tanzania und habe mit vielen Leuten über die Frauenbeschneidung gesprochen.
    In Tanzania wird die Beschneidung der Frauen leider immer noch praktiziert, obwohl gesetzlich verboten ist.
    Ein Massai hat mi erzählt, dass er 5 Jahre im Gefängins absitzen musste, weil er seine Tochter beschneiden liess.
    Ich habe nur ein bischen Verständnis zu Beschneidung eines Mannes, aus hygienischen Gründen.
    Männer werden dadurch nicht verstümmelt, aber eine totale Verstümmelung bei den Frauen ist für mich absolut inakzeptabel.
    Jedes Jahr werden immer noch ca. drei Millionen Mädchen in 28 Länder beschnitten.
    Die Klitorisbeschneidung ist viel älter als der Islam, in Koran gibt's keine einzige Stelle, die diese Praktik gerechtfertigt.
    Die Beschneidung wird im Koran nicht ausdrücklich vorgeschrieben.

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    Die Fitrah (Instinkt, Vernunft) beinhalten 5 Dinge ...

    Abu Hurayrah said: I heard the Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him) say: “The fitrah is five things – or five things are part of the fitrah – circumcision, shaving the pubes, trimming the moustache, cutting the nails and plucking the armpit hairs.”

    (Beschneidung einschließlich weibliche, Schamhaare rasieren, Bart trimmen, Nägel schneiden und Achselhaare rausziehen)

    Dutzende Islamgelehrte haben das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu bestätigt

    "Wenn die beschnittenen Teile einander berühren" (weibliche Beschneidung ist eingeschlossen)

    aus

    https://wikiislam.net/wiki/Qur%27an,_Hadith_and_Scholars

    Punkt 1.11




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    Was INSTITUT für ISLAMFRAGEN zum Thema "Beschneidung" aussagt:

    Die Beschneidung fordert der Koran nirgends, weder
    für Jungen noch für Mädchen.
    Sie ist jedoch in der ganzen islamischen
    Welt für Jungen obligatorisch, da sie als «sunna» (nachzuahmendes
    Vorbild) gilt. Sie ist mit einem Familienfest verbunden, das meist
    stattfindet, wenn der Junge zwischen sieben und zehn Jahre alt ist.
    Danach gehört der Junge zur Gesellschaft der Männer und wird die
    Pflichten der Religion mehr und mehr praktizieren (Gebet, Fasten).
    Die Mädchenbeschneidung, die meist zwischen vier und
    acht Jahren stattfindet, ist zwar in den meisten islamischen Ländern
    staatlich untersagt, wird jedoch in etlichen Ländern wie Ägypten,
    Somalia, Sudan, Schwarzafrika, sowie bei den Beduinen der arabischen
    Halbinsel weithin praktiziert. Der Koran liefert keinen Anhaltspunkt für
    diese Sitte, einige Überlieferungen empfehlen sie jedoch.
    In Ägypten war die Beschneidung seit 1959 verboten,
    wurde jedoch 1986 wieder offiziell gestattet. Dort wurde die
    Mädchenbeschneidung schon zur Zeit der Pharaonen durchgeführt. Diese
    Praxis darf daher nicht als etwas eigentlich Islamisches betrachtet
    werden. Sie ist vorislamischen Ursprungs, obwohl sie heute in
    zahlreichen islamischen Ländern des Vorderen Orients und besonders
    Schwarzafrikas im Namen des Islam praktiziert wird.
    Es gibt drei Arten der Beschneidung oder
    Klitorisdektomie. Die mildeste, d. h. am wenigsten verstümmelnde Form
    besteht in einer kreisförmigen Beschneidung der Klitorisvorhaut, die der
    Beschneidung des Jungen ähnelt und «sunnitische» Beschneidung genannt
    wird. Diese Form wird hauptsächlich in den «aufgeklärten» städtischen
    Kreisen, die sich noch nicht von der Praxis an sich lösen können,
    praktiziert.
    Bei der eigentlichen Beschneidung wird die
    Klitoriseichel oder sogar die ganze Klitoris entfernt. Diese Form wird
    vor allem in Ägypten praktiziert. Manchmal kommt noch die Entfernung der
    an die kleinen Schamlippen angrenzenden Teile, wenn nicht deren
    gänzliche Ablösung, hinzu.
    Der dritte, radikale Typus der Klitorisdektomie,
    umfaßt die vollständige Entfernung der Klitoris und des Großteils der
    inneren und äußeren Schamlippen. Dann wird die Scheide mit Schafdarm
    vernäht, was besonders im Sudan, im tropischen Afrika, in Äthiopien und
    Somalia praktiziert wird. Man nennt diese Form der Beschneidung die
    «pharaonische Beschneidung». Es bleibt nur eine kleine Öffnung, damit
    der Urin und das Menstruationsblut abfließen können. Ein Holzstöckchen
    verhindert das Zusammenwachsen. In der Hochzeitsnacht wird diese Öffnung
    erneut erweitert wie auch bei jeder Niederkunft. Danach wird die
    Öffnung erneut vernäht, ebenso wie bei einer Verwitwung.
    Ohne von dem durch Schmerz und Angst ausgelösten
    Schock durch die Verstümmelung zu sprechen, hat die Mädchenbeschneidung
    häufig schwerwiegende Folgen. Neben einer endgültigen Frigidität kommt
    es oft zu Entzündungen der Harnwege oder der Geschlechtsteile - Ursachen
    von Aborten oder sogar Sterilität - zu sehr schmerzhafter Menstruation,
    Zysten, Abszessen oder sogar Krebs. Hinzu kommen schwere Komplikationen
    bei der Geburt, sowie Blutvergiftungen mit Todesfolge.
    Erstaunlicherweise verwerfen nicht alle Frauen der
    islamischen Welt diese Sitte. Weltweit sollen über 130 Mill. Frauen
    beschnitten sein. Die Zahlen scheinen nicht zurückzugehen.
    Gerechtfertigt wird diese Praxis im wesentlichen mit dem Respekt vor
    angestammten Sitten und Gebräuchen und als Vorbeugung gegen das als
    bedrohlich empfundene sexuelle (Fehl-)Verhalten der Mädchen: Die
    Beschneidung soll ihre sexuelle Lust mäßigen. Wenn die Tradition die
    Beschneidung fordert, führt das dazu, daß ein nicht beschnittenes
    Mädchen nicht verheiratet werden kann. Die Befürworter fügen hinzu, daß
    die Operation die Fruchtbarkeit der Frauen fördere. Welche Bedeutung die
    Mutterschaft im afrikanisch-islamischen Kontext für Frauen wie für
    Männer hat, ist bekannt.


    Islam ächtet Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen

    Beschlüsse der Konferenz in Kairo

    Im Namen Gottes des Barmherzigen, des Allerbarmers

    Die
    Internationale Konferenz der Gelehrten bezüglich des Verbots von
    Missbrauch des weiblichen Körpers wurde am 1. und 2. der Dhul-Qi'da 1427
    nach der Hijdra, entsprechend dem 22. und 23. 11.2006, in den
    Konferenzräumlichkeiten der Al-Azhar Universität abgehalten. Eine Anzahl
    von Forschungsarbeiten wurde vorgetragen. Nachdem Wissenschaftler und
    islamische Gelehrte sowie Fachleute und Aktivisten von
    zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Ägypten, Europa und Afrika
    angehört wurden, werden folgende Empfehlungen bekannt gegeben:

    1.
    Gott hat den Menschen mit Würde ausgestattet. Im Koran sagt Gott: «Wir
    haben die Kinder Adams gewürdigt». Daher wird von Gott jeglicher Schaden
    verboten, der Menschen zugefügt wird, unabhängig von gesellschaftlichem
    Status und Geschlecht.

    2.
    Weibliche Genitalbeschneidung ist eine ererbte Unsitte, die in einigen
    Gesellschafen praktiziert wird und von einigen Muslimen in mehreren
    Ländern in Nachahmung übernommen wurde. Dies ohne textliche Grundlage im
    Koran, respektive einer authentischen Überlieferung des Propheten.

    3.
    Die heutzutage praktizierte weibliche Genitalbeschneidung fügt der Frau
    physische und psychische Schäden zu. Daher müssen diese Praktiken
    unterbunden werden, in Anlehnung an einen der höchsten Werte des Islams,
    nämlich dem Menschen keinen Schaden zuzufügen – gemäß dem Ausspruch des
    Propheten Mohammad, Friede und Segen Gottes sei mit ihm: „Keinen
    Schaden nehmen und keinem anderen Schaden zufügen“. Vielmehr wird dies
    als strafbare Aggression erachtet.


    4.
    Die Konferenz appelliert an die Muslime, diese Unsitte gemäß den Lehren
    des Islams zu unterbinden, da jene verbieten, dem Menschen in
    irgendeiner Form Schaden zuzufügen.

    5.
    Ebenso fordern die Teilnehmer der Konferenz die internationalen und
    regionalen Institutionen und Einrichtungen auf, ihre Anstrengungen auf
    die Aufklärung und Unterrichtung der Bevölkerung zu konzentrieren. Dies
    betrifft insbesondere die hygienischen und medizinischen Grundregeln,
    die gegenüber der Frau eingehalten werden müssen, sodass diese Unsitte
    nicht weiter praktiziert wird.

    6.
    Die Konferenz erinnert die Bildungseinrichtungen und die Medien daran,
    dass sie die unbedingte Pflicht haben, über die Schäden dieser Unsitte
    aufzuklären und deren verheerende Konsequenzen für die Gesellschaft
    aufzuzeigen, um zur Eliminierung dieser Unsitte beizutragen.

    7.
    Die Konferenz fordert die Legislativorgane auf, ein Gesetz zu
    verabschieden, welches den Praktizierenden diese schädigende Unsitte der
    weiblichen Genitabeschneidung untersagt und sie als Verbrechen
    deklariert, unabhängig davon, ob es sich bei den Praktizierenden um
    Täter oder Initiator handelt.

    8.
    Des Weiteren fordert die Konferenz die internationalen Institutionen
    und Organisationen auf, in allen Regionen Hilfe zu leisten, in denen
    diese Unsitte praktiziert wird, um somit zu ihrer Beseitigung
    beizutragen.

    Unterschrift:
    Prof. Dr. Ali Goma’a
    Großmufti Al-Azhar
    25.11.2006

    Wir hoffen, dass dieser Beschluss möglichst weit verbreitet und schnell umgesetzt wird.


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    Hallo,

    das Problem ist, dass sich der Islam und die Völker nicht einig sind.
    Endgültige Spaltung kam durch den Osman, als er alle Korane vereinigen wollte, ja, schon gut, auch schon zuvor durch Mohammed und Ali, aber endgültig gespalten haben sich die Völker nach der Aktion vom Osman.
    Atatürk hat es dann lediglich noch "westlich" eindeutiger gemacht.
    Ich will weder noch sagen, ob das gut oder schlecht war oder ist, nur fest stellen ;)

    Zudem kommt erschwerend dazu, dass der Westen hunderte von Jahren diese Völker gespalten hat !!

    Wir können diese Geschichte auch an der christlichen Bibel sehen, alleine die anerkannten Evangelien, die sind allesamt 400 Jahre nach Christus geschrieben, ob da noch was echtes dran ist ?

    Solange die Leute an irgendwelche politische Schriften glauben, anstatt ganz einfach sich mal Zeit nehmen und in sich gehen, solange bleibt es extrem schlimm auf dieser Welt ...
    Uns wird gesagt, wir sollen den Gott im Himmel suchen, in der Erde suchen, in dummen, von Menschen aus politischen Motivationen geschriebenen Schriften suchen, im Weltall suchen, in den Sternen und sonst wo suchen ...
    Eines wollen diese Herrschaften ganz sicher nicht und versuchen es mit allen Mitteln zu verhindern:
    Dass der Mensch den Gott mal in sich selbst sucht und erkennt, wie stark die menschliche Gemeinschaft ist in Respekt und der Erkenntnis, dass jeder Mensch gleich und ein Teil Gottes ist ...

    Schönen Abend noch
    mzungu
    7 Fakten zur weiblichen Genitalverstümmelung

    Warum wird FGM durchgeführt?

    Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die weibliche Genitalverstümmelung
    durchgeführt wird: Zum einen ist es die Tradition, die es verlangt. Oft
    sind Frauen, die selber verstümmelt wurden, die eifrigsten Verfechter
    des Rituals – sie kennen nichts anderes. Zum andern sind auch
    wirtschaftliche und soziologische Gründe wirksam: Nicht beschnittene
    Mädchen gelten oft als unrein; sie werden ausgegrenzt und können nicht
    verheiratet werden.

    Überdies ist die Beschneidung in manchen
    Gesellschaften ein Initiationsritus, der den Übergang zum Erwachsensein
    markiert. Sicher ist aber, dass die genitale Verstümmelung mit einer
    stark patriarchalisch geprägten Kultur
    einhergeht. Oft wird explizit die Eindämmung der als überbordend
    eingeschätzten weiblichen Sexualität als Grund für die Praxis genannt.
    Grausame Prozedur: Die weibliche Genitalverstümmelung geht mit einer stark patriarchalisch geprägten Kultur einher.
    Was kaum bekannt ist: Auch in Europa und Nordamerika
    praktizierten Ärzte die Klitoridektomie. Die Entfernung der Klitoris
    galt bis ins 20. Jahrhundert hinein als Allheilmittel für alle möglichen
    Leiden wie Epilepsie, Hysterie, Melancholie oder sogar Kleptomanie.


    LG und schönen Nachmitag
    Yepp, weil Beschneidung eben einen kulturellen und afrikanischen Ursprung hat, wird genauso in der mehrheitlich christlichen Ethiopien praktiziert:

    Es ist Tradition, und ohne Beschneidung können Frauen nicht heiraten!", heißt es. Die europäischen Hochzeitstraditionen hat man in Äthiopien gern übernommen, aber dabei die Jahrhunderte alte schädliche Tradition nicht abgelegt: die Frauenbeschneidung, oder, klarer gesagt, die Genitalverstümmelung. Im zarten Kindesalter oder manchmal sogar einen Monat vor der Hochzeitsnacht werden die Klitoris und oft auch die äußeren und inneren Schamlippen abgeschnitten. Diese Beschneidungen sind nicht nur sehr schmerzhafte Schnitte, sondern haben lebenslange psychische und physische Folgen. Den kleinen Mädchen wird vor dem großen Fest, das ihnen zu Ehren gefeiert wird, nicht gesagt, was mit ihnen passiert. Umso größer ist dann der Schock, der Vertrauensverlust gegenüber der Mutter, die diese Prozedur leitet. Für die beschnittenen Frauen ist Sexualität nur noch ein Dienst für die Männer. Ein eigenes positives Erleben erfüllter Sexualität ist kaum möglich. Außerdem, so berichten Hebammen, sind die Vernarbungen im Genitalbereich so schlimm, dass die Frauen bei Geburten oft schrecklich reißen und im schlimmsten Fall verbluten.
    Obwohl diese Praktiken offiziell verboten sind, werden noch 60 bis 80 Prozent der Frauen fürs ganze Leben verstümmelt. Ob Christen oder Muslime, ob Orthodoxe oder Evangelische, alle machen mit und niemand redet darüber. Unsere Partnerkirche, die Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus (EECMY), bricht das Schweigen, klärt auf und hat damit in den Städten erste Erfolge. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende den Kampf gegen die Mädchen- und Frauenbeschneidung in Äthiopien.



    Man kann nicht vergessen, in der ganz strengen Saudi-Arabien, wo das Islamische Recht (Scharia) gilt, wird FGM bei der Einheimischen Fraeun gar nicht praktiziert. Die FMG Fälle, die dort vorkommen werden durch Emigrantenfamilen, vor allem aus Afrika praktiziert.
    Übrigens die christlichen Massai in Afrika praktizieren immer noch Mädchen Beschneidungen.

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    wanjiku schrieb:

    Wenn man aber alle Fallzahlen insgesamt betrachtet, also einschließlich West-Afrika, Nordafrika (Ägypten), Somalia etc. ist Beschneidung weitaus häufiger in muslimischen Gesellschaften vertreten.
    Unabhängig davon, obs nun mit dem Islam zu tun hat oder nicht.


    So ist es, weil diese Regionen mehrheitlich muslimisch ist.
    Tatsache, dass die Beschneidngen in diesen Länder lange vor dem Islam praktiziert wurden und zur afrikanischen Kultur, unabhängig vom Glauben gehören, wird heuzutage niemand wahrhaben.
    Der ältesten Beleg für FGM findet sich auf einem uralten Papyrus aus dem antiken Ägypten aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Auch beschnittene Mumien wurden gefunden. FGM-Praktiken sind damit eindeutig älter als Christentum und Islam. Man geht davon aus, dass sich der Ritus von Ägypten aus über den afrikanischen Kontinent weiterverbreitete.
    Christen, Juden, Orthodox etc. praktizieren Frauen Beschneidungen genauso wie die Muslime, die in diesen Regionen leben.
    In Erithrea, wo nur 50 % Moslems gibt, sind 89 % Frauen beschnitten!
    90 % der Katholiken und über 80 % Mitglieder anderer christlicher Konfession in Erithrea praktizieren FGM.
    Betroffen sind die Töchter von Kopten, Katholiken, Protestanten, Moslems und Anhängern der Tewahedo-Kirche.

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    heute postete Deutsche Welle Kiswahili ein Video über das Schicksal kenyanischer somalischer Mädchen und junger Frauen
    Halima durfte mit 13 in die Schule, da ihr Ehemann einsah, dass es von Nutzen sein könnte.
    40 % der muslimischen Mädchen werden im Kindesalter verheiratet.
    Fast alle wurden beschnitten bzw. genitalverstümmelt.

    facebook.com/dw.kiswahili/videos/1334976769880980/
    Bilder
    • Unbenannt.jpg

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    Geschichte und Ursprünge der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM – Female Genital Mutilation)

    Die Ursprünge dieser Tradition sind nicht klar festzulegen, sehr wahrscheinlich begann sie aber vor mehreren tausend Jahren. Herodot berichtete von der Beschneidung einer Frau in Ägypten ca. 500 vor Christus. Außerdem gibt es Nachweise, dass auch schon die frühgeschichtlichen römischen und arabischen Kulturen sich dieser
    Methode bedienten. Irgendwann im Laufe der Geschichte wurden die Beschneidungspraktiken mit der fast schon zwanghaften Verehrung der Jungfräulichkeit und Keuschheit, die man auch heute noch in vielen afrikanischen und arabischen Kulturen vorfindet, in Verbindung gebracht. Eine andere geschichtliche Begründung ist der Glaube der Ägyptischen Pharaonen, dass ihre Götter bisexuell gewesen seien. Daraus folgte für sie, dass in jedem menschlichen Wesen eine männliche und weibliche Seele existieren müsste. Die weibliche Seele des Mannes wurde in der Vorhaut vermutet und die männliche Seele der Frau in der Klitoris. Das bedeutete, dass junge Männer, um vollständig in die männliche Gemeinschaft aufgenommen zu werden, die Entfernung ihrer Vorhaut über sich ergehen lassen mussten.
    Mädchen auf der anderen Seite, mussten sich die Klitoris und oft auch Teile ihrer Schamlippen beschneiden lassen, um in die weibliche Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Die Verstümmelungen beschränkten und beschränken sich aber keineswegs ausschließlich auf Afrika. Die Beschneidung der Klitoris war gerade im englischsprachigen Europa des 19. Jahrhunderts sehr weit verbreitet. Nach der damaligen Ansicht war die Masturbation einer der Hauptgründe für viele geistige Krankheiten von Frauen. Mit Hilfe der Beschneidung wollte man der Masturbation entgegenwirken und so die Geisteskrankheiten bekämpfen. Genauso versuchte man weibliche Homosexualität, Hyper-Sexualität und Hysterien mit klitoralen Beschneidungen zu „heilen“.

    Warum existiert FGM heute noch?

    Wir leben nun im 21. Jahrhundert und konnten, speziell innerhalb der letzten 200 Jahre, nie da gewesene Fortschritte in der Technik und in der Wissenschaft erreichen. Trotzdem ist das Phänomen FGM noch immer verbreitet. Für gewöhnlich wird diese Frage mit „Tradition“ beantwortet.
    Diese Tradition lässt sich bei näherer Betrachtung in gewisse Teilbereiche einteilen:

    Psychosexuelle Faktoren

    In manchen Gesellschaften wird die Klitoris noch als aggressives Organ gesehen, das das männliche Geschlechtsorgan aber auch das Kind bei der Geburt gefährdet. Außerdem herrscht in einigen Gesellschaften die Meinung vor, dass Frauen zu einer sexuellen Zügellosigkeit neigen, die mit einer Beschneidung eingedämmt werden kann und der Frau hilft keusch zu bleiben. Dies muss in Zusammenhang mit den Gesellschaften gesehen werden, in welchen Jungfräulichkeit eine Bedingung für die Heirat darstellt.

    Soziologische Faktoren

    FGM wird oft als Initiationsritus für junge Frauen gesehen, mit dem sie den Prozess des Erwachsenwerdens abschließen.

    Hygiene und Ästhetik

    In einigen Gesellschaften wird die Klitoris als unschön betrachtet und eine Frau gilt nur dann als reif, wenn sie sich ihre „grauenhaften Genitalien“ entfernen lässt. In einigen Gesellschaften gibt es auch die Meinung, dass die Beschneidung gut für die Gesundheit, geistig wie auch körperlich, sei. Nun sollte man annehmen, dass viele
    der genannten Faktoren bereits verschwunden sind, oder ihnen kaum Glauben geschenkt wird. Tatsächlich ist es aber in vielen traditionellen Gesellschaften so, dass die einzige sichere Zukunft für Frauen die Heirat ist und dass gerade in diesen Gesellschaften unbeschnittene Frauen kaum Chancen haben einen Ehepartner zu finden.
    Zusätzlich sind die Beschneiderinnen, die hauptsächlich ältere Frauen sind, ökonomisch von der Praktik der Beschneidung abhängig. Ältere Frauen erweisen sich generell als eine starke konservative Kraft, wenn es um die Bekämpfung der Genitalverstümmelung geht. Dies ist vor allem darin zu begründen, dass sie sich selbst dieser Prozedur unterziehen mussten und sie deshalb mit viel Eifer aufrechterhalten möchten. Das Fehlen ausreichender Daten, die Aussagen über die körperlichen
    Schäden und seelischen Belastungen der Opfer untermauern, macht eine Überzeugung der Menschen betreffend der Schädlichkeit von FGM sehr schwierig.
    Die Sammlung der Daten wird auf der anderen Seite wieder dadurch erschwert, dass gerade Sexualität und der Genitalbereich in diesen traditionellen Gesellschaften ein großes Tabu-Thema sind. Aufklärungsversuche durch Personen oder Organisationen der industrialisierten Welt werden, oft auch wegen der früheren kolonialen
    Praxis ihrer Herrschaftsländer, abgelehnt.

    Begründungsmuster


    Soziale Akzeptanz ist die Hauptmotivation der EritreerInnen für die Beschneidung ihrer Töchter. Bei Kunamas z. B. wird nicht-beschnittenen Frauen eine angemessene Beerdigung verweigert. Es wird ebenso geglaubt, dass die Klitoris schmutzig und mit vielen Bakterien besiedelt sei, dass sie die Mädchen krank mache und in extremen Fällen zum Tod führen könne. Somit werden durch die Verstümmelung Reinheit und Hygiene angestrebt. Wenn man die Klitoris wachsen ließe, drohe sie während des
    Geschlechtsverkehrs den Penis anzugreifen. Die Beschneidung garantiere auch die Erhaltung der für die Eheschließung unerlässlichen Jungfräulichkeit, indem einerseits die Lust der Frau gebändigt wird, andererseits die Frau durch eine Infibulation auch vor Vergewaltigung geschützt sein soll. Es wird ebenso daran geglaubt, die unbeschnittene Frau besitze eine niedrige Fertilität. Die Töchter werden beschnitten, um sie fruchtbar zu machen. Beschneidung wirke außerdem positiv auf die Gesundheit des Kindes. Des Weiteren werden ästhetische Gründe angeführt und die unversehrte Vulva wird als unästhetisch bewertet. Genitalien einer Frau haben glatt
    und unauffällig zu sein und die enge Vulva soll den Männern eine intensivere Befriedigung bescheren.
    Allerdings sehen 77% der beschnittenen Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) in FGM keinen Vorteil.

    youtube.com/watch?v=77J0s8O-oSA

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