Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Als ich Nachts um 2 Uhr nach Hause fuhr, telephonierte ich den Askaris das ich auf dem Weg bin
    und sie können sich vorbereiten, mir das Tor zu öffnen.
    Als ich ins Areal fuhr, sprang ein mit einem Banga bewaffneter dem Auto nach. Er warf mir mit
    grossen Steinbrocken das Fenster ein und schlug sinnlos mit dem Banga auf mich ein.
    Alles hupen nützte nicht, niemand regierte darauf.
    Eine Ladung des Pfeffersprays hat nicht gewirkt da er sofort in Deckung ging. Dies nutzte ich aus um
    den Motor zu starten und mit dem Wagen rückwärts aus dem Unterstand zu fahren.

    Als ich gerade wieder den Vorwärtsgang einlegte zog er mir den Zündschlüssel ab und schlug
    weiterhin mit dem Banga auf mich ein. Die Askari hielten sich fern und keiner drückte den Alarm,
    den sie an der Kette um den Hals tragen.

    Nach ca. 10 Min. hörte die Nachbarin den Lärm und drückte den Alarm, worauf der Bandit
    flüchtete. Worauf die KK Kart nach 5. Min. Auftauchte. Was nach dem
    auch nichts mehr nützte, da ich bereits mit 2 stark blutenten Schrammen am Kopf
    da stand plus 3 Wunden am Arm.

    Ein Glück haben wir einen Hausarzt der selbst 2 Uhr morgens noch kommt um erste
    Hilfe zu leisten. Wunden nähen plus Tetanusspritze u.s.w.

    Schaden: Bankkarte und sämtliche Schlüssel weg, Autotüre und Scheibe kaputt.
    Bilder
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    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Hi Kamau,


    tut mir sehr Leid, hoffe, die Wunden verheilen bald wieder.
    Wenn man so die gesammten Nachrichten der letzten Monate aus Kenia beobachtet, kannst du allerdings froh sein, noch zu leben.
    Glück gehabt :ugeek:

    Du bist nicht mehr der Jüngste, aber schau, dass du dort weg kommst, solange du noch kannst und solange nichts schlimmeres passiert. Das war sicher nicht das Maximum, was passieren kann, eher der Anfang von dem, was da noch los geht.
    Ich drück dir die Daumen kamau.


    Liebe Grüße
    mzungu

    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Hallo Kamau,

    auch mein Mitgefühl und beste Wünsche für rasche Genesung.

    Schockierend sind die Nachrichten der letzten Tage und die Lage in Kenia scheint zunehmend außer Kontrolle zu geraten.
    Also erst mal die eigenen Pläne für einen Lebensabend in dem schönen Fleckchen Erde verwerfen, fällt schwer ist aber wohl besser für Leib und Leben.
    LELions wünscht Euch ne glückliche Zeit

    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    @ Kamau
    Da hast Du aber Glück gehabt, die Panga war nicht so gut geschärft :| Ich wünsche Dir gute Erholung und dass Du über den Schock hinwegkommst. Diese Askaris sind total nutzlos. Da kommt Einem in den Sinn, dass sie auch in den Ueberfall involviert sind... :evil:
    Muss sich um ein Einzeltäter handeln und auch nicht so geschickt. Wenn es 2 oder mehrere Profis gewesen wären, hättest Du Dich nicht retten können, insbes. wenn Schusswaffen im Spiel gewesen wären.

    In Mtwapa spaziere/wandere ich viel zur Copacabana Beach, oft durch den Wald. Da kommen mir manchmal Männer mit einem Panga entgegen. Sehen aus wie harmlose Arbeiter und sind es auch. Bis jetzt ist nie etwas passiert, aber ich habe mir schon Gedanken gemacht: Was ist, wenn ihm spontan einfällt, der Muzungu könnte seinem finanziellen Engpass abhelfen? Soll man überhaupt auch tagsüber noch auf einsamen Pfaden wandeln? einem einsamen Strand entlanglaufen? Letztlich ist mir ein Schwarzer beim strand nachgelaufen und liess sich nicht abschütteln und wollte mich in eine einsame Bucht lotsen mit der Angabe, von dort gäbe es einen Weg weg vom Strand. Da ich wusste, dass es von dort gar keinen Weg gibt, bin ich kurzerhand ins Meer gelaufen und schwimmend habe ich dann den Bamburi Beach wieder erreicht.
    Ich bin schon vorsichtiger geworden und habe es mir angewöhnt automatisch aufmerksam zu sein in einsamen Gegenden.

    Vor ca. einer Woche wurde einem Deutschen, der oft in Kenia weilt, am Flughafen Mombasa aufgelauert. Um fünf in der früh stieg er in ein Taxi, um nach Shanzu zu fahren. Ca. 4 Verbrecher verfolgten das Taxi und provozierten einen Zusaammenstoss um es aufzuhalten. Mit einem Messer zwangen sie den Deutschen namens Erold die Summe von EUR 5600 auszuhändigen.Anschliessend wurde er in eine Mülldeponie gefahren und dort zurückgelassen. Die Täter wussten anscheinend, dass der Mann zu diesem Zeitpunkt landen würde mit einer grösseren Summe Bargeld. Dies tut er regelmässig, da er keine Bankkarten benutzt. Also merke: Wenn jemand weiss, Du hast eine grössere Summe, dann wirst Du zum Target (Ziel). Er kann von Glück sagen, dass sie ihn nicht umgebracht haben und er nur kleinere Verletzungen davongetragen hat. Dieser Vorfall ist sogar im Standard Digital News erwähnt und kann gegoogelt werden.

    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Hi Ruedi,

    kann mich da nur anschließen - wir haben uns ja auch schon anderswo ausführlich ausgetauscht. Was bleibt zu tun nach einer solchen Erfahrung? Persönlich (illegal) aufrüsten, um auf diese Art von Gewalt die richtige Antwort parat zu haben? Die Gewalt einfach hinnehmen? Oder die Konsequenzen ziehen und das Land verlassen? Eine schwierige Entscheidung, besonders wenn man sich wie Du auf einen friedlichen Lebensabend im "Paradies" eingerichtet hat. Aber es wird wohl immer klarer, daß sich Kenya immer weiter vom Paradies entfernt.

    Was für Dich als Betroffenen bleibt, sind wohl zunächst die Verletzungen und Schmerzen, das Gefühl der Ohnmacht und das entstandene Trauma. Ich wünsche Dir, daß sowohl Deine physischen als auch Deine psychischen Verletzungen schnell heilen und daß Du die richtigen Entscheidungen für Deine Zukunft triffst! Ich will Dich dabei nicht beeinflussen, aber ein Ende mit Schrecken ist besser, als ein Schrecken ohne Ende. Und es soll ja auch noch mehr schöne Plätze auf dieser Erde geben!

    LG
    Peter

    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Sorry Kamau - aber Kenia ist nur noch Scheisse! Ich habe, nach 45 Jahren in Afrika, besonders auch in Kenia, meine Konsequenzen gezogen und habe mein Cottage in Nanyuki aufgegeben, den Haushalt aufgelöst und bin in die Schweiz zurück gekehrt. Das Leben in Kenia ist so unsicher geworden, dass man schon darauf wetten kann, früher oder später überfallen und ausgeraubt zu werden! Ich habe viel Glück gehabt und bin z.B. nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus und auch nie allein auf Märkte oder durch "unsichere" Gebiete gelaufen. Mein holländischer Nachbar wurde in zwei Monaten dreimal in seinem Haus überfallen und meine Nachfolgerin in meinem Cottage einmal. Ebenfalls ihre Freundin auf der anderen Seite der Strasse. Die schwarze Partnerin meines deutschen Freundes in Nakuru wurde einmal zuhause überfallen und ausgeraubt und einmal auf dem Nachhauseweg, als ihr BodaBoda-Fahrer sie in eine dunkle Strasse fuhr und ihren Laptop und das iPhone stahl...
    Ich habe in Kenia so gut wie keinen Bekanten mehr, der nicht ein- oder gar mehrmals überfallen wurde. Einer von ihnen kam dabei ums Leben, die anderen sind traumatisiert und und zum Teil nach Europa zurück gekehrt.
    Die Polizei ist total unfähig und, wie man weiss, zu fast 100% korrupt. Viele von ihnen stecken mit den Kriminellen unter einer Decke. Aehnliches gilt für die watchmen - wie du ja auch erfahren hast. Ich verstehe nicht ganz, wie du mit deiner langen Keniaerfahrung mitten in der Nacht nach Hause fährst. Das ist geradezu eine Einladung für Verbrecher.
    Ich bin von März bis April mit dem eigenen 4x4 von Windhoek/Namibia nach Nairobi gefahren - wohlweislich nur am Tag. In keinem der Länder, das ich durchquert habe, war das Risiko, einem Raubüberfall zum Opfer zu fallen, so gross wie in Kenia.
    Gute Besserung und Gruss.
    Nibusu

    Re: Freitag der 13. und schwarze Katze (viele mit 2 Beinen)

    Ende letzten Jahres habe ich hier einen Raubübefall geschildert. Seinerzeit habe ich noch vermutet es gäbe irgendwelche Regeln deren Kenntnis langjährigen Residenten einen halbwegs normalen Aufentalt in dem vollständig korrupten Umfeld ermöglicht. Der im Mai in Watamu erschossene, deutsche Tauchlehrer (30 Jahre Kenia) hat mich dann zweifeln lassen. Und jetzt das hier. Kamau hat ja auch schon ein paar Jährchen Kenia auf dem Buckel. Offensichtlich gibt es keine Regeln sondern es wird einfach beliebig geraubt und gemordet wo sich eine günstige Gelegenheit bietet. Europäer sind wegen der politischen Großwetterlage momentan ein günstige Gelegenheit um nicht zu sagen vogelfrei.

    Oder doch nicht? Ich selbst bin häufig mit einer auffälligen (Stativ) Fotoausrüstung allein unterwegs, im Busch und auch in den dunklen Ecken von Mtwapa und Ukunda, auch nachts, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ich habe mich schon öfter von einem beliebigen Motorrad zum ATM fahren lassen (um dort aus Bequemlichkeit gleich das Maximum zu ziehen) und mich dann in einer Bar absetzen lassen. Und das ging dann häufig mit anderen beliebigen Motorrädern, beliebigen Frauen und beliebigen Unterkünften weiter. Nie ist da irgendwas negatives passiert, da war noch nicht mal die Spur eines unguten Bauchgefühls. Der Überfall auf meine Basis war hingegen so perfekt organisiert, dass sogar Nachbarn mit Kleinkindern für eine Nacht ausquartiert wurden. Der Typ der mir die Pistole vor die Nase gehalten hat hätte mir auch ins Bein oder wenigstens in die Wand schießen können damit ich Karten, Pin und Euroreserve rausrücke. Hat er nicht gemacht, er hat nur erklärt mich zu töten sich aber letztlich mit den paar Scheinen aus der Holzschale begnügt wo ich mein Taschengeld ablege. Drei mit Schusswaffen ausgerüstete Räuber hätten ohnehin lohnenswertere Objekte als meinen bescheidenen Haushalt in der dritten Reihe einnehmen können. Logisch ist das alles nicht nachvollziehbar. Ich habe dem Typ damals hinterhergeschaut wie er weggegangen ist, ganz gelassen, wohl wissend, dass staatliche Polizei und privater Sicherheitsdienst zeitgleich kommen werden, exakt zwei Minuten nachdem er mit seiner Gang abgereist ist. Eine Frau Merkel stellt keinen kaiserlichen Schutzbrief im Sinne Carl Peters aus. Man wird sich also vorerst mit den Bedingungen arrangieren müssen. Dieses arrangieren heißt zahlen. Eine regelrechte Rendite lässt sich ohne Schutzbrief nicht durchsetzen.

    Re: Wer macht mit?

    hi Kamau wie geht's dir nach deinwm Überfall bist du wieder auf den Beinen?
    Du hast ja einen grossen Schrecken hinterlassen. Haben die dich in deinem Haus überfallen und hat Polizei die geschnappt?
    Unter diesen Umständen werde ich mir sehr gut Überlegen nochmal nach Kenia zu fliegen.

    Liebe Grüsse dein Rafiki Jürgen aus Stuttgart
    Da hatte ein 59 Jahre alter deutscher Tourist in Ukunda am 6.11.2015 grosses Pech und Unglück. Er besuchte seine Schwester in Ukunda und beschloss mit dem Roller einen Ausflug in der Gegend zu machen. Dabei trug er einen Rucksack beladen unter anderem mit einer teuren Photokamera mit Teleobjektiv, Computertablet und Handy. Anscheinend weckte er damit die Aufmerksamkeit eines Gangsters, der ihn abpasste und ihn bei seiner Rückkehr vor dem Hause seiner Schwester erschoss und ausraubte. Der Killer brauchte nur den Rucksack abzustauben und abzuhauen.

    Also Achtung an Alle! Teure technische Geräte locken Gangster und Diebe an!
    Korrektur: Der Raubmord geschah am 27.10.2015 und nicht am 6.11.2015.

    By the way: Kabelbinder schreibt in seinem vorherigen Post, ein deutscher Tauchlehrer sei 2014 in Malindi umgebracht worden. Im Juli 2015 wurde in Malindi der 40-jährige Touroperator Andrea Maffi auf bestialische Art und Weise umgebracht. Anscheinend ging es um Konflikte mit einem sporadisch eingesetzten Angestellten, der nicht weiter beschäftigt wurde wegen Unzuverlässigkeit. Als der Italiener nicht auf die Forderung des Kenianers, der von einem Komplizen begleitet wurde, einging, wurde er abgestochen.
    Eilmeldung aus Malindi
    Das Wohnhaus einer karitativen Organisation aus Italien wurde in der Nähe von Gede von einer bewaffneten Bande überfallen. Dabei wurde die 51-jährige Aerztin Rita Fossaceca erschossen, weitere 3 italienische Helfer wurden verletzt.
    Die Organisation betreibt unter anderem seit Jahren ein Waisenhaus. Die Aerztin arbeitet normalerweise in einem Krankenhaus in Novara (Italien) und widmet in der Freizeit ihre Arbeitskraft den Armen in Kenia.
    Bekannte und Angehörige des Opfers sind erschüttert.