Geschäftsgründung in Kenya! Wagnis oder Chance?

    Generell kann man sagen, dass gemässigte Klimazonen wirtschaftlich erfolgreicher sind als tropische Zonen.
    ​Auch wegen der Mentalität der Bewohner.

    ​Früher kam die Küste unter den Swahili/Araber zu einem gewissen Reichtum, als Zwischenhändler der Produkte des Landesinneren bis in den Kongo (inkl. Sklavenhandel), die über das Meer exportiert wurden.

    ​Die heutige Situation ist, dass sich die Landwirtschaftsproduktion im Rift Valley und um den Mt. Kenya befindet, insbes. die Exportprodukte wie Tee, Kaffee, Blumen, Gemüse und Früchte. Zudem Milchprodukte, Fleisch und Mais für den Binnenkonsum. Daher grosse Bevölkerungskonzentration und Aufbau einer Industrie und Dienstleistungssektor für deren Versorgung.

    ​Die Privatwirtschaft und der Staat haben dementsprechend die vorhandenen Mittel und Kredite Upcountry investiert und wenig an der Küste. Der Staat sowieso, weil die Wählerbasis der bisherigen Präsidenten im Binnenland ist/war und die Küste immer Opposition war. Der Badetourismus an der Küste generiert zu wenig Einkommen, und die Kaufkraft der Angestellten ungenügend, da Niedriglohnsektor, zudem politisch krisenanfällig. Es wurde über die Jahrzente nach der Unabhängigkeit zu wenig investiert, z.B. musste die Raffinierie in Mombasa vor kurzem schliessen, da veraltet und unwirtschaftlich. Es kommt billiger die Fertigprodukte zu importieren als das Rohöl im Mombasa zu verarbeiten. Die Leistung des Hafens von Mombasa ist auch ungenügend. Es wäre naheliegend gewesen, in Mombasa eine Zollfreizone zu etablieren und eine Verarbeitungsindustrie aufzubauen zwecks Produktion und Export von Kleidern und anderen Konsumgütern. Inweiweit die massiv vorhandenen Arbeitskräfte geeignet und vor allem motiviert sind, ist eine andere Frage.
    Noch etwas. Nairobi ist die Hauptstadt des Landes und die massgebenden nationalen Behörden mit ihrer riesigen Lohnsumme sind dort stationiert. Zudem ist Nairobi das Zentrum der UNO-Präsenz/Hilfsorganisationen von ganz Ostafrika inkl. Medienzentrum. Da kommt eine Riesenlohnsumme aus dem Ausland zusammen, und das entsprechende Geld wird zum grossen Teil für Mieten und Konsum ausgegeben. Auch nicht vernachlässigbar, die Auswanderung von geschultem Personal mit Uniabschluss und sonstigen Arbeitskräften. Da die meisten Bildungseinrichtungen sich in Nairobi und im Rift Valley befinden, sind viele fähige Leute nach USA und England ausgewandert und überweisen regelmässig Geld in die Heimat. Mittlerweile sind diese Remittances der grösste Aktivposten in der Zahlungsbilanz und der einzige der ständig wächst.
    Wolfgang Fley s My Favourite Place restaurant in Ukunda
    Er war Koch in Deutschland und hat sich in Kenya selbständig gemacht
    Er antwortet:
    Asked why he couldn’t establish a nice joint along the beach, Fley responds that, “There are no tourists flocking the Coast currently and Kenyans will definitely buy local.”

    https://www.sde.co.ke/thenairobian/article/2001264038/meet-coast-mzungu-who-sells-githeri




    Die Lokalität ist extrem einfach, very local und Getränke und Essen sehr sehr günstig. Nehme an, dass der deutsche Wirt wie versprochen mit frischen Zutaten kocht und alles hygienisch ist. Auf alle Fälle die Nachfrage ist da. Was mir auffällt ist, dass alles vegetarisch ist. Da sonst keine Fleischgerichte angeboten werden, nehme ich an, dass die Samosas rein vegetarisch sind. Dass der Betrieb keine Alkoholauschank-Lizenz hat, ist fast selbstverständlich, aber dass er keine Soft drinks im Angebot hat..... Vielleicht hat er nicht einmal einen Kühlschrank...
    @wanjiku
    Ein ganz interessanter Artikel in der Ausgabe vom Nairobian, die Du im Link hast. Da ist ein Photo und der Werdegang vom Stephan, der Mal vor Jahren das Eagle Nest in Mtwapa gepachtet hat. Dann hat er sich mit dem Geldgeber Bodo zerstritten und konnte dann durch Glück und Unterstützung seiner Freundin/Frau in Kisumu eine gute Existenz mit dem Lokal Green Garden aufbauen. Nach einigen Jahren Erfolg, Bruch der Beziehung (wobei ich hier nicht auf Einzelheiten eingehen will aus Respekt vor dem Mann) und Mittellosigkeit, da die Freundin/Frau alle Aktiven übernommen hat. Der Stephan hatte ursprünglich auch noch das Casablanca in Mombasa hochgebracht und wollte nach Kisumu nochmals frisch anfangen, aber schwierig im Alter ohne Geld.

    Wie im Nairobian erwähnt, geriet Stephan mit einem Kenianer in Schwierigkeiten und musste Kenia notfall- mässig über Uganda verlassen. Er war seit 1991 in Kenia tätig und hat vieles geschaffen im Bereich Gastronomie, aber man kann schon sagen, dass der Alkohol und die Frauen nicht eben ein Stabilitätsfaktor waren. Man muss annehmen, dass er nicht mehr nach Kenia zurückkehren will.

    ​Wenn ich schon beim Thema bin, kann jemand über die heutige Situation des Eagles Nest etwas berichten?