von Lester » Di 2. Mär 2010, 21:03
Hallo zusammen
Lester is back! Ich möchte euch einen kurzen Reisebericht geben. Vielleicht interessierts ja jemanden. Ich denke, Fotos von Safaris sind für euch insider nicht wirklich etwas neues, deshalb habe ich mich für ein Sujet etschieden das mich die ganze Zeit beschäftigt hat...
Los gings ab Genf mit Egypt Air über Kairo nach Nairobi. Für uns Käseschweizer eine der preiswertesten Strecken um nach Kenya zu kommen. Der Service bei EA war nicht wirklich berauschend. Dazu vielleicht mehr in einem Fluglinien-Thread, wenn jemand interesse hat.
In Nairobi angekommen, habe ich ein Zimmer im Jupiter Guest House in Westlands gemietet. Sauber, sicher und am Wochenende sehr Laut (K1 Club über die Strasse)! Receptionspersonal sehr unfreundlich. Liegt vielleicht daran, dass dieses Guesthouse vorwiegend von Geschäftsherren für eine Nacht mit ihren Mätressen gebucht wird. Zwei Nächte Nairobi mit Nightlife, Live-Raubüberfällen und einer menge Vorurteilen gegenüber Mzungus.
Anschliessend gings mit dem Matatu nach Nanyuki. Für mich als Reisender die beste Möglichkeit mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Funktioniert allerdings nur in den Ueberland-Matatus. Am Anfang wurde ich schon ein wenig schräg angeschaut, als ich die Fahrgäste angesprochen habe. Bei vielen bin ich auf komplette Ablehnung gestossen, bei anderen ergaben sich interessante Gespräche. Vor allem beim Thema Politik haben sich dann schnell mal 6 Personen eingemischt und haben Ihre Ansichten lauthals vorgetragen.
In Nanyuki wurde ich von einem vorher gebuchten Safari Guide abgeholt und im Sweetwaters Camp "deponiert". Ich habe die Game Drives dort sehr genossen. Die "Tierdichte" ist zwar nicht so hoch wie in der Masai Mara, dafür hat es auch keine Safari-Bus Staus. Und ein Sonnenaufgang über dem Mount Kenya vom Zelt ausgesehen, ist auch nicht schlecht.
Nach zwei Tagen im Sweetwaters Camp (sehr freundliches Personal) gings wieder zurück für eine Nacht nach Nairobi. Diesmal mit dem Safari Guide. Da kommt man sofort in andere Gegenden... War sehr eindrücklich und vor allem feuchtfröhlich (Mzungu bezahlt)!
Von Nairobi gings weiter Richtung Masai Mara. Ich denke, dazu muss ich nichts mehr schreiben. Dazu gibts ja Reiseberichte in Hülle und Fülle. Vielleicht kurz zum Zeltcamp: Camp Oloshaki in Talek. Schönes Camp, nur 6 Zelte. Sehr freundliches Personal.
Anschliessend gings in richtung Küste, mit einem Stop im Tsavo East. Ich war im Tarhi Eco Tented Camp. Sehr einfach, aber zweckmässig eingerichtet. Unschlagbarer Preis. Ich war noch nie im Tsavo Nationalpark. Habe bisher diverse Masai Mara und Amboseli Safaris gemacht. Ich war daher auch sehr enttäuscht. Da man auf den Strassen bleiben muss, sieht man zwangsläufig weniger Tiere. Dort wo sich etwas am Strassenrand tut, hat es Verkehr wie fast auf der Landstrasse... Dafür sind die Panoramabilder mit der roten Erde der Hammer!
Nach einenhalb Wochen bin ich an der Südküste angekommen um mich in Diani am herrlichen Strand zu erholen. Vom vielen Erholen musste ich mich am Abend natürlich wieder müde machen. Das geht in Diani im Shakatak oder Tandoori natürlich am besten... Durch reichlich Tusker und Malayagequatsche ist man nach drei Stunden wieder bereit fürs Erholen...
Nach weiteren eineinhalb Wochen gings zurück in die kalte Schweiz.
Abschliessend kann ich sagen, dass ich viel Erlebt habe und mich prächtig amüsiert habe. Allerdings werde ich langsam ein wenig Kenyamüde. Ich war jetzt das fünte mal da. Und zum ersten Mal wünsche ich mich nicht gleich wieder in Afrika. Ich habe so viele nette und freundliche Menschen getroffen. Aber auf Einen von diesen wirklich herzensguten Menschen kommen Zehn die dich einfach nur verarschen oder abzocken wollen. Ich habe auch ein gewisses Verständnis dafür, aber auf Dauer nerven die Geschichten von Spitalbesuch, Grossmutter gestorben, Schulgeld etc.
So, und nun das HIGHLIGHT meiner Reise. Ich hatte schon viel darüber gelesen, aber wenn man diesen Schldbürgerstreich selbst erlebt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. DIE SMOKING ZONES IN NAIROBI!!! So etwas groteskes habe ich noch nie erlebt. Zum einen die Open-Air Smoking Zones, zum anderen darf in Bars oder Restaurants nur drinnen geraucht werden. Auf dem Balkon ist es nicht erlaubt! Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wieso die einheimische Bevölkerung sich nicht verarscht vorkommt. Ich habe die Menschen darauf angesprochen und war schockiert. Viele sind dermassen fixiert auf ihre "Leader" (die in wirklichkeit ausnahmslos Diebe sind, egal ob ODM, KANU oder wer auch immer), dass sie wohl auch per dekret im Handstand laufen würden. Ich denke, auf diese Obrigkeitsgläubigkeit sind viele Probleme dieses Landes zurückzuführen (aber auch das gehört wohl in einen speziellen Thread).
So, nun die Bilder, wenn ichs hinkriege.
Schönen Tach noch, Lester.
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